Aktuelles

Bericht eines Flüchtlings

Ankunft bei der Gastfamilie: v.l. nach re. Svitlana, Nataliia, Emiliia (Kind) und Tatjana Maier

Geschichte der vorübergehenden Flüchtlinge aus der Ukraine (Bericht von Nataliia Kotova)

 

Ein Anruf kann das Leben in „vorher“ und „nachher“ aufteilen. Vorher waren mein Mann mit mir und unserer knapp zweijährigen Tochter eine glückliche Familie: Wir haben Karrieren und Pläne für die Zukunft aufgebaut, sind um die Welt gereist und haben uns wahnsinnig geliebt. Aber am 24. Februar um 5:40 Uhr rief mich mein Vater an und sagte: „Der Krieg hat begonnen. Sie bombardieren Kiew und andere Städte.“ Nach einem kurzen Gespräch heulte eine Sirene auf – etwas Schrecklicheres hatte ich bis zu diesem Moment in meinem Leben noch nicht gehört.

 

Es war klar, dass es nun gefährlich war, in einer Wohnung in einem Hochhaus zu wohnen, und wir beschlossen, ein paar Tage am Stadtrand von Kiew , in einem Privathaus bei den Eltern meines Mannes, zu warten. In 15 Minuten haben wir einen Koffer mit Windeln, Babynahrung, Zahnbürsten, Unterwäsche, ein paar Wechsel-T-Shirts und wichtige Dokumente gepackt ( in der Eile habe ich nicht einmal meinen Pass gefunden).

Nataliia und Emiliia

Wir konnten unsere Eltern nicht mit dem Auto erreichen - Kiew verwandelte sich in einen ständigen Stau, und auf den Straßen hasteten Massen verwirrter Menschen. Das eklige Schmuddelwetter machte alles noch schlimmer. Mein Mann blieb mit mir, unserem Kind, zwei Katzen in Transportboxen, einem Rucksack und einem Koffer in einem Sumpf stecken, wir überwanden Waldgürtel und Bahngleise - drei Stunden zu Fuß bis zu meinem Elternhaus.

 

Wie sich herausstellte, war es für sie noch gefährlicher, da das Haus an der Ausfahrt aus Kiew in Richtung Gostomel liegt. Schon am Nachmittag hörten wir Explosionen und sahen Kampfjets über dem Haus fliegen.

Auf dem Spielplatz: Emiliia, Nataliia, Robin

Es war notwendig, die Stadt dringend zu verlassen - wir gingen zu meinen Verwandten in Berdichev in der Nähe von Zhytomyr. Diese 220 Kilometer kamen mir vor wie eine Ewigkeit: acht, 10 Stunden unterwegs, Stau auf der Autobahn, über die ständig etwas fliegt, Flugzeuge und Beschuss aus dem Himmel. Vielleicht war dies die schwierigste, aber die richtigste Entscheidung, denn das Schicksal der unglücklichen Zivilisten von Bucha, Irpen oder Borodyanka hätte uns auch ereilen können. Wir lebten einen Monat in der Stadt meiner Eltern. Der Monat, in dem man mitten in der Nacht ein schlafendes Baby in eine Decke wickelt und in einen Luftschutzbunker rennt. Einen Monat lang haben wir als “Freiwillige” Tarnnetze für die Front gefertigt, humanitäre Hilfe für Bedürftige gesammelt und Fremde aufgenommen, die vor den Bomben geflohen sind. In diesem Monat haben wir begonnen, den wahren Wert des Lebens zu verstehen. In dieser Zeit haben wir uns bereits an die Sirenen gewöhnt und das Wohnen praktisch im  Keller ist alltäglich geworden. Unsere Herzen waren erfüllt von Barmherzigkeit und Mitgefühl für unsere Bürger, Liebe und Vertrauen in die Streitkräfte der Ukraine und die Taten unseres Präsidenten . Aber, wie sehr man an den Sieg des eigenen Landes glaubt, die Angst um den Verlust des Lebens meines Kindes kann jeden Moment Realität werden. Das waren meine zerrissenen Gefühle. Ach, egal, ich versuchte zu verdrängen.

Im Feuerwehrkarussell auf der Kirchweih

Mein Mann und ich waren nie länger als eine Woche getrennt, aber am 17. März, nachdem sechs russische Raketen ein Wohnhaus neben uns zerstört hatten und unsere Tochter große Angst hatte, setzte mein Mann uns in einen dunklen Evakuierungszug nach Lemberg (Lviw) und er blieb, um das Land zu verteidigen. Es war unmöglich, das Licht in den Autos einzuschalten, wir konnten jeden Moment beschossen werden, also rasten wir durch den Mitternachtsdunst und machten gelegentlich Halt, um so viele Leute wie möglich einzusammeln. Eine neue Angst erwartete mich – das Unbekannte.

 

Von Lemberg überquerten wir mit dem Zug die Grenze zu Polen in Przemishl: Die Menschen saßen in den Gängen auf dem Boden, das Weinen der Kinder hörte nicht auf, die schrecklichen Geschichten der alten Leute aus Izyum, Charkow und Mariupol bereiten mir immer noch Alpträume. Von Przemysl ging es mit dem Bus nach Warschau, von dort mit dem Zug nach Berlin, weiter nach Frankfurt am Main und Mörfelden-Walldorf. Vier Tage unterwegs. Unterwegs verließen mich meine Kräfte und Tränen flossen wie ein Fluss. Aber die Art und Weise, wie wir an jedem Punkt nicht nur von Freiwilligen, sondern auch von einfachen Bürgern Polens und Deutschlands empfangen wurden, hat uns unglaublich ermutigt und Vertrauen in eine bessere Zukunft gegeben. Meine Tochter und ich sind Frau und Herrn Maier vom ARV-Frankfurt sehr dankbar, die uns mit Unterkunft, Kindersachen, Verpflegung und Vorbereitung aller notwendigen Dokumente für einen legalen vorübergehenden Aufenthalt hier geholfen haben.

Beim unbeschwerten Spielen

Aber das Wichtigste, was wir in einem fremden Land für uns gefunden haben, ist Frieden. Frieden, für den noch immer Tag für Tag Tausende von Ukrainern sterben. Jetzt weiß ich, dass Plünderer das Haus meiner Eltern besuchten, das Haus der Nachbarn durch eine Granate zerstört wurde, meinem Freund in Bucha in den Kopf geschossen und seine dreijährige Tochter als Waise zurückgelassen wurde. Und das Schlimmste ist, jeden Morgen mit dem Handy an alle meine Lieben zu schreiben: „Wie geht es dir?“ und ich bekomme von niemand eine Antwort!

 

Ein Anruf kann ein Leben verändern. Das Leben von 43 Millionen Menschen. Anmerkung Maier: Das Leben bei uns - in Frieden - lässt den Krieg in der Ukraine kurzfristig vergessen, aber die Realität in den Nachrichten holt das negativ Erlebte wieder zurück.

24-Stunden-Lauf am Mainufer

v.l. nach re.: Klaus Weißer vom ARV mit dem Organisator Dieter Puttendörfer und Mitstreitern

08.05.2022 khm - Von Samstag 7. Mai – Sonntag 8. Mai 2022, jeweils 12 Uhr, fand der diesjährige, fünfte 24-Stundenlauf am Frankfurt-Griesheimer Mainufer statt. Tagsüber schien die Sonne und nachts wurde es kalt. Insgesamt ca. 300 km wurden von 60-80 Läufer*innen erbracht. 24 Stunden lang war immer ein*e Läufer*in auf der Strecke zum Laufen, Walken, Gehen, jedes Tempo war erlaubt. Damit konnten auch Gehbehinderte teilnehmen, denn die Strecke am Main entlang war ca. einen Kilometer lang und Tempo- oder Zeitvorgaben gab es nicht. Jeder durfte mitmachen. So war dann auch das Läuferpublikum sehr gemischt, von 8 bis 80 war alles dabei. Auch Hunde begleiteten ihre Besitzer*innen.

 

„Wir sind die ganze Nacht ohne Unterbrechung durchgelaufen“, berichtete Dieter Puttendörfer der Mitglied des Griesheimer Lauftreffes ist und der den Lauf gemeinsam mit dem Quartiersmanagement des Internationalen Bundes (IB) organisiert hatte.

 

Ziel der Aktion war es, die Griesheimer zusammenzubringen und Vereine ebenso wie Spontanläufer für den Lauf gewinnen zu können. Den Veranstaltern ist es gelungen, dass sich sowohl Vereine als auch spontane Einzelläufer an dem Staffel-Lauf beteiligt haben. Auch Kinder seien vor allem am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag gerne an den Start gegangen.  Besonders eine Jugendliche legte die Strecke mit dem Springseil zurück. Glückwunsch für diese hervorragende Leistung.

 

Am Samstag stattete der Frankfurter Sportdezernent Mike Josef der Veranstaltung einen Besuch ab und ließ sich von den Organisatoren den Verlauf berichten. Er informierte sich auch bei Klaus Weißer, der den Sanitätsdienst des ARV leitete, über den Verband und begrüßte die Teilnahme.

 

Auch eine Gänsefamilie mit 9 Jungen war zu Besuch, aber weniger an der Veranstaltung als an dem frischen Gras interessiert.

20-jähriges ARV-Jubiläum von Klaus Weißer

Klaus Weißer zum 20-jährigen Jubiläum

01.04.2022 khm - Klaus Weißer hatte am 01. April 2022 sein 20jähriges ARV-Jubiläum und hat deshalb einen Benzinkanister und eine Urkunde erhalten. Beide Geschenke waren etwas Besonderes: Der Benzinkanister beinhaltete eine Hausbar mit Getränken und Gläsern, die Urkunde war von der Industrie und Handelskammer und vom IHK-Präsidenten unterschrieben.

 

Klaus Weißer begann nach der Ausbildung zum Heizungs- und Lüftungsbauer seinen Zivildienst beim ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) und wurde vom ARV Frankfurt übernommen. Einem Erste-Hilfe-Kurs folgte eine Sanitätsausbildung und Praxis in der Kranken- und Seniorenpflege. Weitere Ausbildungen beim ARV Frankfurt waren:

Altenpflegehelfer (1jährige Ausbildung), Altenpfleger (zusätzlich 2jährige Weiterbildung), Erste-Hilfe-Ausbilder, Datenschutzbeauftragter, Medizinprodukte-Beauftragter, Pflegeberater (§ 37 SGB XI), Pflegedienstleiter, Praxisanleiter.

 

Er war bei zahlreichen Sanitätseinsätzen und konnte sein Wissen der Notfallrettung erweitern. Zur Zeit ist er als stellv. Pflegedienstleiter eingesetzt, unterstützt tatkräftig den Pflegedienstleiter und bereitet die Ausbildung von Pflegekräften nach der „Generalistischen Pflegeausbildung“ vor.

 

Das Team des ARV-Frankfurt gratuliert Klaus Weißer zu diesem ARV-Jubiläum und wünscht ihm weitere Erfolge auf dem privaten und beruflichen Lebensweg.


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